Der Roman, den Stephen King und die »New York Times« feiern

Eine Debatte über die Frage, wer wen übersetzen darf, wie sie sich an Amanda Gormans Gedicht »The Hill We Climb« entzündet hatte, blieb diesem Buch erspart – auch wenn sein Verfasser ein afroamerikanischer Schriftsteller ist: S.A. Cosby. Dessen zweiter Roman »Blacktop Wasteland« wurde von einem älteren weißen Mann ins Deutsche übertragen, von Jürgen Bürger, der Cosby fast eine Generation voraushat. Bürger übersetzt seit gut 30 Jahren die Werke fast ausnahmslos weißer Autoren aus dem Krimigenre – darunter Größen wie Jerome Charyn und James Sallis –, exzellent und mit untrüglichem Gespür für Nuancen und sprachliche Finessen. Dass er auch bei Cosby einen guten Job gemacht hat, ist gar keine Frage.  Fragen muss man allerdings, ob der Roman, der im vergangenen Jahr in den USA und Großbritannien für einen enormen Hype gesorgt hat und zunächst auf Empfehlungslisten wie der der »New York Times« und später auf diversen Jahresbestenlisten von »Guardian« bis NPR landete, tatsächlich so gut ist, wie auch die Lobpreisungen von Schriftstellerkollegen wie Stephen King (der ein enormes Lesepensum haben muss, wenn man die Menge seiner Blurbs betrachtet), Lee Child oder Michael Connelly vermuten lassen.  Cosby ist ein aufregender Gangsterroman gelungen, der immer dann besonders gut funktioniert, wenn er tief in seine Milieus eintaucht oder in Sachen Action das Gaspedal voll durchdrückt. Aber er schrammt sprachlich oft genug am Kitsch entlang und verschenkt sein dramatisches Potenzial durch ein geradezu grotesk versöhnliches Ende. Die Ausgangssituation von »Blacktop Wasteland« ist so klassisch, dass sie eigentlich ein Klischee wäre, wenn Cosby nicht einen Dreh eingebaut hätte: Beauregard Montage, genannt Bug, ein professioneller Fluchtwagenfahrer, der inzwischen als Mechaniker und Familienvater zur Ruhe gekommen ist und ein Leben als gesetzestreuer Bürger führt (nur wenn die Kohle knapp wird, fährt er illegale Rennen), muss noch einmal einen Job erledigen. »Verdammt, ihr habt doch schon das Weiße Haus« Die ganz große Nummer ist das natürlich, es geht um Diamanten im Wert von Millionen. Und ebenso natürlich: Der Job geht schief, und Bug sowie seine Redneck-Komplizen geraten ins Visier eines brutalen Gangsterbosses. Anzeige Blacktop Wasteland: Kriminalroman Autor: S. A. Cosby Verlag: Ars Vivendi Seitenzahl: 320 Übersetzt von: Jürgen Bürger Autor: S. A. Cosby Verlag: Ars Vivendi Seitenzahl: 320 Übersetzt von: Jürgen Bürger Für 22,00 € kaufen Preisabfragezeitpunkt  07.04.2021 19.20 Uhr Keine Gewähr Bei Amazon bestellen Bei Thalia bestellen Bei Weltbild bestellen Produktbesprechungen erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Über die sogenannten Affiliate-Links oben erhalten wir beim Kauf in der Regel eine Provision vom Händler. Mehr Informationen dazu hier  So weit, so bekannt. Außergewöhnlich ist allerdings, dass mit Bug ein Afroamerikaner und treu sorgender Familienvater hinter dem Steuer sitzt, die klassischen »Driver« sind einsame

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